Corona-Pandemie: FAQ für Museen

Diese FAQ wurden vom Museumsverband Rheinland-Pfalz zusammengestellt. Wir danken dem Museumsverband Rheinland-Pfalz für die Zusammenstellung!!

Aktualisiert am  06.04.2020, 7:45: Hier finden Museen und Museumsmitarbeiter einige grundlegende Informationen und Hinweise zum Umgang mit dem Coronavirus.

Inhaltsverzeichnis (in Klammern dahinter Datum der Aktualisierung, gefettet: heute aktualisiert)

  1. Kann mein Museum geöffnet bleiben? Können Veranstaltungen weiter stattfinden? (26.03.2020, 7:50)
  2. Welchen Beitrag können Museen jetzt für die Gesellschaft leisten?  (01.04.2020, 10:00)
  3. Müssen/Dürfen Museumsmitarbeiter*innen im Homeoffice arbeiten? (19.03.2020, 13:00)
  4. Müssen Dienstreisen abgesagt werden? (19.03.2020, 10:00)
  5. Mein*e Mitarbeiter*in ist in Quarantäne. Was kann ich tun? (19.03.2020, 10:00)
  6. Mein Museum hat durch die Schließung finanzielle Probleme. Was kann ich tun? (26.03.2020, 9:50)
  7. Welche Regelungen gelten hinsichtlich des Kurzarbeitergeldes? (03.04.2020, 10:00)
  8. Meine Honorarkräfte verdienen durch die Schließung kein Geld. Was kann ich tun? (26.03.2020, 7:50)
  9. Wird der Internationale Museumstag (IMT) am 17. Mai 2020 stattfinden? (06.04.2020, 7:45)
  10. Informationsschreiben des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (26.03.2020, 7:50)

 

1) Kann mein Museum geöffnet bleiben? Können Veranstaltungen weiter stattfinden? (26.03.2020, 7:50)

Nach der „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Bundesländer angesichts der Corona-Epidemie in Deutschland“ vom 17.03.2020 sind „Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen und ähnliche Einrichtungen“ für den Publikumsverkehr zu schließen. Dies bedeutet, dass zum jetzigen Zeitpunkt alle Museen, in privater wie öffentlicher Trägerschaft, bis auf Weiteres geschlossen werden müssen. Ebenso müssen alle Veranstaltungen der nächsten Wochen abgesagt werden. Der Museumsverband empfiehlt eine Absage der Veranstaltungen, z. B. Führungen, Ausstellungseröffnungen oder Vorträge, vorerst bis Ende April 2020. Da sich die Lage kurzfristig ändern kann, sollten Sie sich über die Medien täglich auf dem Laufenden halten.

Hier geht es zur vollständigen Vereinbarung.

Verordnung der Landesregierung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Mecklenburg-Vorpommern vom 17.03.2020

Hier finden Sie die Informationen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern zum Coronavirus.

Brief der Ministerin Bettina Martin "Informationen an die Träger aus Kunst und Kultur sowie der politischen Bildung, Gedenkstättenarbeit und Demokratiestärkung"

Eine Zusammenstellung der wichtigsten Hilfen gibt es auch beim Servicecenter Kultur

 

2) Welchen Beitrag können Museen jetzt für die Gesellschaft leisten? (01.04.2020, 10:00)

Museen können, ähnlich wie Theater, jetzt Inhalte über das Internet der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, um das Interesse an ihren Angeboten wachzuhalten und in dieser schwierigen Zeit etwas Ablenkung anzubieten. Denkbar sind beispielsweise:

  • Verstärkte Aktivitäten im Bereich der Online-Sammlungen, z. B. Sichtbarschalten weiterer Objekte, Anlegen von Themensammlungen.
  • Virtuelle Rundgänge oder Online-Ausstellungen anbieten, zum Beispiel mit der Funktion „Themen“ bei museum-digital oder DDBstudio, dem Tool für virtuelle Ausstellungen der Deutschen Digitalen Bibliothek.
  • Führungen, Digitorials, oder Interviews mit Museumsmitarbeitern virtuell auf Youtube, den sozialen Medien oder der eigenen Webseite teilen, auch live.
  • Hashtags Deutsch: #MuseenEntdecken, #DigAMus, #SammlungDigital, #closedbutopen
  • Hashtags Englisch: #MuseumAtHome, #MuseumFromHome
  • Weitere digitale Projekte, z. B. Aktualisierung der Inhalte der eigenen Webseite, Museumsapps für zu Hause u.s.w.

Zur Inspiration: Der Deutsche Museumsbund (@museumstag) sammelt auf Twitter unter den Hashtags #MuseenEntdecken und #DigAMus digitale Angebote von Museen.

Für diesen Zweck stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern gesonderte Mittel zur Verfügung (Informationsblatt der Ministerin Bettina Martin vom 24.03.2020):

"Mit dem Informationsschreiben vom 14. März 2020 wurde angeregt, durch alternative Formen von Kulturangeboten die Gefahr „kultureller Leerstellen“ einzudämmen. Ideen und Initiativen, wie z.B. durch digitale Angebote oder Streaming die kulturelle Teilhabe und Beratungsangebote wenigstens teilweise erhalten werden können, will das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V gerne unterstützen. Hierfür wird die Investitionslinie für Digitalisierungsprojekte verstärkt und nochmals 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Mittel werden nach den vereinfachten Regularien der Kulturförderung ausgereicht. Antragsunterlagen finden Sie unter http://www.bm.regierung-mv.de/kulturfoerderung."

Der Deutsche Museumsbund gibt weitere Tipps:

"Die Museen leisten aktuell einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. So wurde der Betrieb von Museen und Kultureinrichtungen stark beschränkt bzw. in den meisten Fällen eingestellt. Angesichts dieser Situation und den damit verbundenen Einschränkungen in unser aller Alltagsleben wird deutlich, welchen wichtigen Stellenwert Kultur, kulturelle Institutionen und damit auch Museen für unsere Gesellschaft einnehmen. Um Kultureinrichtungen und im Kulturbereich tätige FreiberuflerInnen in dieser Krise zu unterstützen, haben die Bundesregierung sowie die Bundesländer bereits umfassende Hilfen zugesagt. Ideen, wie Museen in der Krise helfen können, haben wir hier zusammengestellt:

  • Die vielseitigen Kompetenzen der FreiberuflerInnen nutzen und sie nach Möglichkeiten anderweitig beschäftigen.
  • Wo immer möglich Ausfallhonorare für alle FreiberuflerInnen, unabhängig der Höhe des Verdienstausfalls,  gewähren.
  • Freiberufler und Dienstleister, denen Aufträge entzogen werden mussten, nach Möglichkeit bei zukünftigen Aufträgen berücksichtigen.
  • Bei aktuellen Ausstellungsprojekten Solidarität zeigen und sich gegenseitig als Leihnehmer und Leihgeber durch Entgegenkommen unterstützen, indem z.B. Ausstellungen verlängert werden.
  • Sich bei der Entwicklung digitaler Angebote austauschen und unterstützen. Dafür stellt der Deutsche Museumbund unter dem Hashtag #MuseenEntdecken digitale Formate vor und bietet Anregungen und Beispiele.
  • Die Bestände an Schutzausrüstung prüfen, um im Bedarfsfall helfen zu können. Museen haben z.B. für ihre Restaurierungsarbeiten Schutzmasken, Latexhandschuhen und Schutzkitteln. Eventuell gibt es in der Region Anlaufstellen für Materialspenden oder es kann direkt Kontakt zu Krankenhäusern oder Pflegeheimen in der Nähe aufgenommen werden."

Mitglieder senden uns bitte Ihre digitalen Angebote, die wir hier gesammelt haben.

 

3) Müssen/Dürfen Museumsmitarbeiter*innen im Homeoffice arbeiten? (19.03.2020, 13:00)

Aktuell gibt es noch keine Vorschrift, dass Mitarbeiter*innen im Homeoffice arbeiten müssen. Um jedoch die Ansteckungsgefahr möglichst weit zu reduzieren, sollte nach Möglichkeit allen Mitarbeiter*innen, bei denen dies möglich ist, die Arbeit im Homeoffice erlaubt werden. Insbesondere empfiehlt sich das für Personen, die für den Arbeitsweg auf die Nutzung des ÖPNV angewiesen sind. Leiter*innen und Träger von Museen sollten sich nach Möglichkeit großzügig verhalten. Da sich die Lage kurzfristig ändern kann, sollten Sie sich über die Medien täglich auf dem Laufenden halten.

Hier finden Sie die Hinweise des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu arbeitsrechtlichen Auswirkungen.

Hier finden Sie das FAQ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

 

4) Müssen Dienstreisen abgesagt werden? (19.03.2020, 10:00)

Zahlreiche Museen haben Dienstreisen, z. B. für den Transport von Exponaten, bis auf Weiteres untersagt. Es ist empfehlenswert, nur absolut notwendige Dienstreisen durchzuführen und dabei verstärkt auf die Hygieneempfehlungen zu achten. Alle nicht sehr dringend notwendigen Dienstreisen sollten verschoben werden. Wenn beispielsweise Rückgaben von geliehenen Exponaten fällig werden, sollten Sie die Leihgeber kontaktieren, um gemeinsam eine spätere Rückgabe zu besprechen. Dies betrifft insbesondere den internationalen Leihverkehr.

Hier finden Sie die Informationen der Gesundheitszentrale für gesundheitliche Aufklärung (u. a. Hygiene- und Verhaltensempfehlungen).

 

5) Mein*e Mitarbeiter*in ist in Quarantäne. Was kann ich tun? (19.03.2020, 10:00)

Sie können im Quarantäne-Fall einen Antrag auf Entschädigung beim Landesamt für Gesundheit und Soziales stellen. Auf der Website des LaGuS finden Sie weitere Informationen. Außerdem hat das LaGuS eine Unternehmenshotline für alle aufkommenden Fragen eingerichtet unter 0385 588 5588 (8-18 Uhr).

Hier finden Sie den Antrag auf Entschädigung

Hier finden Sie das Merkblatt für den Antrag auf Entschädigung

 

6) Mein Museum hat durch die Schließung finanzielle Probleme. Was kann ich tun? (26.03.2020, 9:50)

Im 2. Informationsschreiben von Ministerin Bettina Martin vom 24.03.2020 heißt es:

"Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern stellt mit dem MV-Schutzfonds ein Hilfspaket in Höhe von 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Zum einen werden in enger Abstimmung mit dem 50 Milliarden-Paket der Bundesregierung zur Abfederung der Auswirkungen auf die Wirtschaft Unterstützungssysteme auch für Kultur-schaffende etabliert, die sowohl Zuschüsse, Darlehen als auch Bürgschaften umfassen.

Diese sind auch miteinander kombinierbar. Die Zuschüsse als einmalige, nicht rückzahlbare Soforthilfen betragen bei:

0 bis 5 Beschäftigten 9.000 Euro,

6 bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro,

11 bis 24 Beschäftigten 25.000 Euro,

25 bis 49 Beschäftigten 40.000 Euro.

Die Anträge können ab sofort gestellt werden. Das Antragsformular ist unter https://www.lfi-mv.de/export/sites/lfi/foerderungen/corona-soforthilfe/download-coronahilfe/Antrag-Coronahilfe-Maez-2020.pdf zu finden. Es kann vorab per E-Mail (soforthilfe@lfi-mv.de) übermittelt werden, jedoch ist eine postalische Zusendung des Formulars zwingend erforderlich.

Weiterhin sieht das Programm rückzahlbare zinsfreie Zuschüsse als Liquiditätshilfe vor. Diese umfassen bei:

bis zu 10 Beschäftigten 20.000 Euro,

11 bis 249 Beschäftigten 200.000 Euro.

Die Antragsvormerkung steht ab sofort zur Verfügung. Sie dient einer zügigen Bearbeitung des künftigen Antrags, ersetzt diesen aber nicht. Antragsformulare stehen voraussichtlich ab dem 1. April 2020 als Download zur Verfügung. Weitere Informationen bzw. die Vormerkung sind unter https://www.gsa-schwerin.de/leistungen/zuwendungen-zur-vermeidung-von-liquiditaetsengpaessen/antragsanforderung.html zu finden.

Zum anderen werden 25 Mio. Euro zur Unterstützung von Kultureinrichtungen, Kunst- und Kulturschaffenden, ehrenamtlichen Engagements und gemeinnützigen Organisationen. Die Landesregierung möchte damit die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der zivilgesellschaftlichen Strukturen im Bildungs-, Sozial-, Sport- und Kulturbereich unterstützen und die große Bedeutung für unser Land unterstreichen. Näheres folgt.

Der Bund stellt zudem Hilfen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereit, indem sie die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität (keine Zuschüsse) erleichtert. Die KfW wird dazu die bestehenden Kredite nutzen und dort die Zugangsbedingungen und Konditionen verbessern. Auch Unternehmen, Selbständige und Freiberuflern der Kultur- und Kreativwirtschaft stehen diese Hilfsangebote offen. Unternehmen, Selbständige und Freiberufler, die eine Unterstützung der KfW nutzen möchten, wenden sich zunächst an ihre Hausbank, die die jeweiligen KfW-Kredite durchleiten. Darüber hinaus wird die KfW ein Sonderprogramm vorbereiten und schnellstmöglich einführen. Dafür werden die Risikoübernahmen bei Investitionsmitteln (Haftungsfreistellungen) deutlich verbessert und betragen bei Betriebsmitteln bis zu 80 Prozent, bei Investitionen bis zu 90 Prozent. Diese sollen auch von Unternehmen in Anspruch genommen werden können, die krisenbedingt vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Die Kreditanstalt informiert unter: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html über die genauen Bedingungen."

Was Sie als Museum aktuell tun können:

  • Informieren Sie sich regelmäßig, ob dieses FAQ aktualisiert wurde.
  • Da die Museumsschließungen behördlich angeordnet wurden, besteht möglicherweise ein Anspruch auf finanziellen Ausgleich für Ihre Einrichtung. Der Museumsverband Mecklenburg-Vorpommern prüft aktuell, wer hier von Seiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern die richtigen Ansprechpartner sind. Da die Entscheidung über die Museumsschließungen jedoch so kurzfristig fiel, wird es wohl noch einige Tage dauern, bis hier die Zuständigkeiten geklärt sind.
  • Bitte prüfen Sie, ob Ihr Museum Kurzarbeitergeld beantragen kann (siehe unten), zum Beispiel für Aufsichts- und Kassenpersonal.
  • Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Träger auf und besprechen Sie unter Verwendung konkreter Hochrechnungen zu den Kostenausfällen durch die Schließung, ob sie sich auf zusätzliche Finanzhilfe oder Ermäßigung bei Fixkosten, z. B. Mieten und Betriebskosten, einigen können. Der Museumsverband Mecklenburg-Vorpommern empfiehlt auch den Trägern, hier nach Möglichkeit großzügige gemeinsame Lösungen zu finden, um die vielfältige Museumslandschaft des Landes zu erhalten.
  • Museen können versuchen, über Spendenaufrufe über ihre Webseite oder über die Sozialen Medien zusätzliche Mittel zu erhalten

Hier finden Sie alle Informationen zum MV Schutzfonds.

Das Netzwerk Europäischer Museumsorganisationen – NEMO führt aktuell eine detaillierte Umfrage zu den Auswirkungen von COVID-19 auf Museen durch. Wir wissen bereits, dass die meisten Museen in Europa geschlossen sind, doch es fehlen noch detailliertere und vergleichbare Daten zu den kurzen sowie langfristigen Auswirkungen auf die Einnahmen, das Personal, die Online-Präsenz und die Arbeitsabläufe. Alle Museen, unabhängig von der Größe oder dem Standort, sind daher eingeladen, sich bis zum 3. April2020 an der Umfrage zu beteiligen. Bitte teilen Sie die Umfrage zudem mit anderen Museen in Europa. Die Ergebnisse werden als Grundlage genutzt, um eine angemessene Unterstützung der Museen zu fordern.

Hier geht es zur Umfrage

 

7) Welche Regelungen gelten hinsichtlich des Kurzarbeitergeldes? (03.04.2020, 10:00)

Bundesregierung und Gesetzgeber haben Sonderregelungen und Erleichterungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld erlassen. Dies betrifft vor allem Unternehmen, die „unter massiven Lieferengpässen leiden oder behördlich geschlossen werden müssen“. Grundsätzlich müssen von den sozialversicherungspflichtig Angestellten mindestens 10% der Belegschaft von mindestens 10% Entgeltausfall betroffen sein. Wenn dies der Fall ist, kontaktieren Sie den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit um zu prüfen, ob Ihr Museum antragsberechtigt ist. Wenn ja, so müssen Ihre Mitarbeiter der Kurzarbeiterregelung schriftlich zustimmen. Die wegen der Coronakrise eingeführten neuen Regeln für das Kurzarbeitergeld gelten rückwirkend bereits ab 1. März 2020. Sie müssen noch diesen Monat eine Meldung bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit machen, wenn für März Kurzarbeitergeld beantragt werden soll.

Hier finden SIe die Informationen der Bundesagentur für Arbeit zum Kurzarbeitergeld.

In einem Schreiben von Ministerin Bettina Martin vom 20.03.2020 heißt es dazu:

"Wie in den Medien berichtet, hat der Bund kurzfristig Erleichterungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld beschlossen: https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus. Es gibt jedoch einiges zu beachten, denn die Einführung von Kurzarbeit ist ein Eingriff in den Arbeitsvertrag, so dass es einer Rechtsgrundlage für diese temporäre Vertragsänderung bedarf.

Hierbei verweisen wir auf erste Informationen des Deutschen Bühnenvereins:

Es ist zu differenzieren zwischen Betrieben in privater Rechtsform, die also einen Betriebsrat nach dem Betriebsverfassungsgesetz haben, und solchen in öffentlich-rechtlicher Rechtsform, deren Personalvertretung sich nach dem jeweiligen Personalvertretungsgesetz richtet.

Betriebe mit Betriebsrat

In Betrieben mit einem Betriebsrat kann die Einführung von Kurzarbeit durch eine Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat vorgesehen werden. Das Mitbestimmungsrecht ergibt sich aus § 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG ("Verkürzung der betrieblichen Arbeitszeit").

 

Betriebe mit einem Personalrat

Für Betriebe mit einem Personalrat ist zunächst zu klären, ob es für den Personalrat nach dem für das betreffende Bundesland geltenden Landes-Personalvertretungsrecht ein Mitbestimmungsrecht des Personalrats gibt.

Betriebe ohne Betriebs-/Personalrat

Grundsätzlich kommt es auch in Betracht, eine Vereinbarung über Kurzarbeit mit den betroffenen Arbeitnehmerinnen einzelvertraglich abzuschließen. In den einzelvertraglichen Regelungen müssten die meisten der oben angesprochenen Fragen ebenfalls geklärt werden.

 

Sind die arbeitsrechtlichen Voraussetzungen für den jeweiligen Betrieb geschaffen, kann der Arbeitgeber die Zahlung des Kurzarbeitergelds für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen.

Informationen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer zum Kurzarbeitergeld finden Sie hier: https://www.arbeitsagentur.de/finanzielle-hilfen/kurzarbeitergeld-arbeitnehmer

Arbeitgeber finden alle Informationen zu Kurzarbeit hier: www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit

Weitere Hinweise gibt auch das Bundeswirtschaftsministerium unter: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/coronavirus.html"

 

Neu: Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und die Gewerkschaften dbb und ver.di haben sich  am 2. April 2020 auf einen Tarifvertrag geeinigt, der die Kurzarbeit für Beschäftigte von kommunalen Arbeitgebern während der Coronavirus-Krise regelt. Hier finden Sie nähere Informationen dazu.

 

8) Meine Honorarkräfte verdienen durch die Schließung kein Geld. Was kann ich tun? (26.03.2020, 7:50)

Personal für Museumsführungen, aber auch Aufsichten arbeiten oftmals auf Honorar- oder Stundenbasis, ihnen entstehen daher durch die Absage von Führungen und durch Schließungen finanzielle Ausfälle. Der Bundesverband Museumspädagogik e.V. hat sich im Namen von rund 2.000 selbstständigen Museumspädagog*innen in einem offenen Brief mit Forderungen an die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters gewendet.

Jetzt den Brief herunterladen (PDF).

Im 2. Informationsblatt von Ministerin Bettina Martin vom 24.03.2020 heißt es:

"Selbständige, also auch freiberufliche Künstlerinnen und Künstler, können eine Grundsiche-rung nach Arbeitslosengeld (ALG II) beantragen, wenn sie weniger als 15 Wochenstunden arbeiten (können). Dies ist in Notfällen auch als Soforthilfe möglich. Die Antragsunterlagen sind unter dem Link https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslosengeld-2/arbeitslosengeld-2-beantragen zu finden. Der Bund hat die Verfahren deutlich erleichtert, um diese Leistungen
schnell und unbürokratisch bereitstellen zu können. Das vorhandene Vermögen (sofern nicht erheblich) muss beispielsweise nicht angetastet werden. Nähere Infos dazu hier: https://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/sozialschutzpaket.html.
Der Antrag auf Arbeitslosengeld II kann jederzeit formlos telefonisch oder schriftlich bei Ihrem Jobcenter gestellt werden. Ferner besteht derzeit auch die Möglichkeit, Ihren bereits ausgefüllten Antrag ohne persönliche Vorsprache in den Hausbriefkasten des Jobcenters einzuwerfen. Eine persönliche Vorsprache ist nicht erforderlich. Tutorials und Flyer zur Hilfe bei den Online-Anträgen finden Sie hier: https://www.arbeitsagentur.de/eservices.
Als Hinweis, um spätere Ansprüche und Fragestellungen besser klären zu können: dokumentieren Sie ihre Ausfälle. Im Zweifel werden Sie diese Informationen für Versicherungen, Zuwendungsgeber und soziale Hilfen benötigen. Dokumentieren Sie in einer Liste die Absagen (von Veranstaltungen, Engagements etc. mit Datum und Verträgen bzw. Mails). Notieren Sie dazu die entfallenen bzw. erwarteten Einnahmen. Hierzu finden Sie Hilfestellung bei den Verbänden, wie beispielsweise dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Unter dem Link https://vs.verdi.de/++file++5e6d036772b2335f1fea7be6/download/Corona-Handreichung.pdf finden Sie unter anderem eine Handreichung zur Dokumentation von Ausfällen oder auch Hinweise zur Künstlersozialkasse.
Das Künstlersozialversicherungsgesetz bietet einige Maßnahmen bei Einnahmeausfällen u.a. durch abgesagte Veranstaltungen, zurückgegebene Tickets oder wenn in Unternehmen mit geringeren Umsätzen bei künstlerischen Leistungen zu rechnen ist. Die Künstlersozialkasse ist unbürokratisch bereit, fällige Beiträge zu stunden oder Beitragssenkungen zu prüfen. Unter dem Link https://www.kuenstlersozialkasse.de/die-ksk/meldungen.html finden Sie dazugehörigen Informationen."

 

Förderlinie der Ernst von Siemens Kunststiftung für Freiberufler an Museen

Von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind Freiberufler in Museen und Sammlungen in besonderem Maße betroffen. Mit Schließung der Ausstellungshäuser gehen auch strikte personelle Sparmaßnahmen einher, so dass geplante Restaurierungsprojekte oder wissenschaftliche Vorhaben vorerst auf Eis gelegt und nicht mehr vergeben werden. Um diese Berufsgruppen an den Museen halten zu können und in eventuellen Notlagen zu unterstützen, hat die Ernst von Siemens Kunststiftung kurzfristig eine neue Förderlinie aufgelegt. Antragsberechtigt sind öffentliche Museen und Sammlungen. Je nach Projekt werden zwischen 2.000 € und 25.000 € für begrenzte Restaurierungsprojekte und die wissenschaftliche Arbeit an Ausstellungskatalogen, Bestandskatalogen oder Werkverzeichnissen zur Verfügung gestellt.

www.ernst-von-siemens-kunststiftung.de/aktuell/corona-und-selbstst%C3%A4ndige-inmuseen-und-sammlungen.html

 

Selbstständige

Selbstständige sollten sich zwecks Beratung an ihre zuständigen Berufsverbände wenden oder an die Bundesagentur für Arbeit. Es gibt für Selbstständige die Möglichkeit, Förderprogramme der KfW in Anspruch zu nehmen. Museen können außerdem einiges tun, um ihren Honorarkräften zu helfen:

  • Bitten Sie bei Absagen von Programmen und Führungen darum, dass die Führungsgebühr oder ein Teil davon an Ihre Honorarkräfte gespendet wird.
  • Prüfen Sie, ob Sie Honorarkräfte anderweitig beschäftigen können, z. B. für Recherchen, Inventuren, Entwicklung von Führungen und Programmen usw.
  • Bitten Sie über Ihre Kanäle (Newsletter, Webseite, Social Media) um Spenden für das Museum und seine Honorarkräfte.

Bundesverband freiberuflicher Kulturwissenschaftler.

Bundesverband Museumspädagogik e.V.

Informationen der KfW zu Förderprogrammen.

 

9) Wird der Internationale Museumstag (IMT) am 17. Mai 2020 stattfinden? (06.04.2020, 7:45)

Nun steht fest: Der Internationale Museumstag wird in diesem Jahr rein digital stattfinden. Der Deutsche Museumsbund schreibt dazu Folgendes: "In der aktuellen Situation um die Coronavirus-Pandemie lässt sich noch keine Lockerung der Beschränkungen absehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Museen am 17. Mai wieder Veranstaltungen mit zahlreichen Besuchern durchführen können, ist sehr gering. Zudem fehlt wichtige Vorbereitungszeit. Wir haben uns daher für einen ausschließlich digitalen Internationalen Museumstag 2020 entschieden.

Trotz Corona-Krise und geschlossener Museen möchten wir am Internationalen Museumstag die Vielfalt und die Kreativität der Museen präsentieren und laden zum digitalen Entdecken unserer Museumslandschaft ein. Dafür haben wir die Website www.museumstag.de umgebaut und stellen bereits auf der Startseite alle aktuellen Informationen zur Verfügung. Unter dem Hashtag #MuseenEndecken sammeln wir Ideen und Anregungen für digitale Angebote in Museen, die gerne als Inspiration genutzt werden können. Alle Beiträge, die mit dem Hashtag veröffentlicht und markiert werden, laufen auf der IMT-Website gebündelt zusammen und stehen damit auf einem Blick zur Verfügung. Darüber hinaus teilen wir Beispiele und Tipps auf den Social-Media-Kanälen des IMT. Auf der Unterseite https://www.museumstag.de/-museenentdecken/ veröffentlichen wir zudem hilfreiche und praktische Tipps und Tools zu digitalen Formaten und Vermittlungskonzepten."

Zur Webseite des Internationalen Museumstags.

Der Internationale Museumstag bei Twitter.

Zur Webseite des Deutschen Museumsbunds.

 

10) Informationsschreiben des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (26.03.2020, 7:50)

Hier finden Sie das 1. Informationsschreiben des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern (Stand: 20.03.2020)

Hier finden Sie das 2. Informationsschreiben des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern (Stand: 24.03.2020)