An die Träger der Museen des Landes MV - Museen in der Corona-Krise

Die Arbeit der Museen (nicht nur) in Corona-Zeiten

 

Alle Museen in Mecklenburg-Vorpommern leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft während der Corona-Pandemie: Durch die konsequente Schließung aller Einrichtungen tragen alle gemeinsam dazu bei, eine extreme und unkontrollierbare Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Die Museen als wichtige Treffpunkte des kulturellen Lebens verzichten dabei auf erhebliche Einnahmen und sind darüber hinaus häufig in ihrer Existenz bedroht. Trotz allem kommen die musealen Einrichtungen unseres Landes gern der Aufforderung durch die Landesregierung nach, ihre Häuser und Sammlungen zumindest digital zu öffnen und so weiter für das Publikum da zu sein. Wir verzeichnen derzeit sehr viele, auch sehr innovative Aktivitäten in diesem Bereich, die wir auf unserer Homepage sammeln. Die Museen beweisen damit, dass sie auch in der Krise als wichtige Kultureinrichtung ihrer Region präsent sind.

Qualitative Museumsarbeit ist allerdings sehr viel mehr als die sichtbaren Ausstellungen und die Vermittlung an die Besuchenden. Museen sind in erster Linie Bewahrer unserer kulturellen und naturwissenschaftlichen Vergangenheit in Form von großen musealen Sammlungen, die gepflegt werden müssen, um die wichtigen Kulturgüter für zukünftige Generationen zu erhalten. Diese Arbeit wird in Zeiten starken Besucherverkehrs oft vernachlässigt. Die Schätze aufzuarbeiten, die entsprechenden Daten zu erfassen, Hintergründe zu recherchieren und im Depot unter konservatorisch ansprechenden Bedingungen zu lagern, Einzelstücke zu restaurieren – diese Arbeiten sind die Voraussetzung für den Erfolg späterer Ausstellungen. Deren Erfolg kann nur dann gewährleistet werden, wenn die Sammlung umsorgt und erforscht wird.

Die gültige internationale Definition eines Museums ist die Folgende:

„Ein Museum ist eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.“

Internationaler Museumsrat, 2010

Ganz klar stützt sich diese Definition auf die sogenannten Säulen der Museumsarbeit: Sammeln, Bewahren, Forschen, Vermitteln und Ausstellen. Daher appellieren wir an die Träger der Museen unseres Landes: In einer Zeit, in der die Museen für den Publikumsverkehr geschlossen sind, müssen die Mitarbeiter in die Lage versetzt werden, die Sammlungen weiter bearbeiten und so ihren Aufgaben gerecht werden zu können.

 

Der Vorstand des Museumsverbandes Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Rostock, im April 2020.

 

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