Frühjahrstagung des Museumsverbandes in M-V

Der Museumsshop oder das Museumsrestaurant gehören eigentlich zum festen Bestandteil unserer Museen. Die Museen nutzen dafür vielfältige Möglichkeiten für den Betrieb: in Eigenregie, durch einen Museumsverein, durch einen Pächter, durch eine Kooperationspartner usw. Alles Lösungen die mal mehr, mal weniger gut funktionieren.

Shop und Gastronomie sind eigentlich nicht unser Kerngeschäft, andererseits sind sie doch sehr wichtig als Angebot für die Besuchenden und für den Betrieb unserer Häuser.

Auf unserer Tagung wollen wir uns folgenden Fragen widmen: Welchen Stellenwert haben diese Bereiche für den Betrieb eines Museums? Sind sie lediglich ein kreatives „Spielbein“ zur Abrundung des Museumsbesuchs? Oder haben sie sich – auch angesichts knapper werdender öffentlicher Kulturetats – zu einem unverzichtbaren wirtschaftlichen „Standbein“ entwickelt?

Folgende Herausforderungen, vor denen unsere Museen stehen, sollen diskutiert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

1. Das Identitätsdilemma: Shop vs. Kultur-/Bildungsauftrag

In unseren Häusern prallen oftmals zwei Welten aufeinander: die kuratorische Vision mit Bildungsauftrag und die betriebswirtschaftliche Realität. Wie viel „Kommerz“ verträgt unser Haus, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren? Herausforderung: das Sortiment im Shop sollte zur „Marke“ des Museums passen.

2. Personal und Fachwissen

Museumsmitarbeiter sind Experten für Kunst, Geschichte oder Technik – aber selten für Einzelhandel oder Systemgastronomie. Wer führt die Verkaufsgespräche? Wer kalkuliert die Wareneinsatzquote im Café? Oft fehlt das Know-how für Lagerhaltung, Inventur oder Gastronomie-Management.

3. Logistik und Infrastruktur im Altbau

Viele Museen befinden sich in (historischen) Gebäuden, die nie für moderne Gastronomie geplant wurden. Wo kommt spezielle technische Ausstattung hin? Wie werden die Waren angeliefert, ohne den Besucherfluss zu stören? Brandschutz und Denkmalschutz machen den Einbau von technischen Geräten oft teuer oder gar unmöglich.

4. Wirtschaftliches Risiko und Saisonalität

Besucherzahlen schwanken stark (Sonderausstellungen, Ferienzeiten, Wetter). Die Personalkosten laufen weiter, auch wenn an einem regnerischen Dienstag kaum jemand im Café sitzt. Zudem müssen Shop-Artikel oft in hohen Stückzahlen vorfinanziert werden.

5. Rechtliche und steuerliche Hürden

Stichwort „Gemeinnützigkeit“. Shop und Gastro fallen meist in den „wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb“. Erwirtschaftet das Museum hier zu viel Gewinn oder vermischt die Finanzen mit dem Kernbetrieb, kann der Status der Gemeinnützigkeit gefährdet sein.

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