Arbeitskreis Immaterielles Kulturerbe
Der Arbeitskreis Immaterielles Kulturerbe (IKE) arbeitet seit seiner Gründung am 24. März 2015 unter dem Dach des Museumsverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist ein Zusammenschluss von Museumsmitarbeitern und Freunden des IKE mit dem Ziel, sachkundig dieses Thema für die Museen in Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit weiteren Partnern aus den Bereichen Volkskunde, Medien, Tourismus sowie in Abstimmung mit der Deutschen UNESCO-Kommission aufzubereiten.
Sprecherin des Arbeitskreises:
Antje Hückstädt
Born/Darß
Aktuelles
Traditionelle Küstenfischerei in das Bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe aufgenommen
Am 27. März 2026 ist die Traditionelle Kleine Küstenfischerei als Immaterielles Kulturerbe anerkannt und in das Bundesweite Verzeichnis aufgenommen worden. Damit kommen aus Mecklenburg-Vorpommern aktuell dreizehn von 173 eingetragenen Kulturformen.
Die Freude darüber ist bei den Initiatorinnen, den Fischern und den Antragstellern groß.
Bereits 2018 hatte die Leiterin des Arbeitskreises Immaterielles Kulturerbe im Museumsverband in Mecklenburg-Vorpommern e.V., Antje Hückstädt, mit Fischern über die Idee einer Bewerbung gesprochen und sich Fischereifachleute ins Boot geholt, um einen Antrag für die Aufnahme auf den Weg zu bringen. Allen war klar, dass hier in dickes Brett zu bohren war, denn die schwierige Lage der Kleinen Küstenfischerei lässt sich nicht nur am starken Rückgang der Berufsfischer ablesen und ja, es ist auch eine politische Frage, wie man sich zum Schutz und zur Förderung der Fischerei positioniert.
Museologin Antje Hückstädt organisierte eigens für diese Bewerbung die Arbeitsgruppe mit Projektmanager Martin Schlockwerder, Fischerei-Historiker Markus Röhrbein, Meeresbiologin und Fischereiwissenschaftlerin Dr. Heike Schwermer, Geschäftsführer der FG Wismarbucht Oliver Greve und Historikerin Dorina Kasten, um die umfangreiche Arbeit zu stemmen. Zunächst erarbeitete das Team einen Erhebungsbogen, den die Fischer ausfüllten. Die Auswertung ergab einen quantitativen und qualitativen Überblick über die Situation der Küstenfischerei an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Die Gruppe war sich einig: jede Mühe lohnt sich, um etwas für die bessere Sichtbarkeit und den Erhalt dieser jahrtausendealten Kultur zu tun, die typisch für die Ostsee und Boddengewässer ist. Martin Schlockwerder übernahm die Redaktion und wesentliche Teile der Autorenschaft für den Antrag. Acht Jahre nach den ersten Beratungstreffen wurde das Ziel erreicht. Die Eintragung in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ist aber zugleich Verpflichtung, für die Bewahrung dieser wertvollen Kulturform zu kämpfen.
Alle zwei Jahre können Anträge beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Europaangelegenheiten eingereicht werden. Die achte Bewerbungsrunde beginnt im Frühjahr 2027.
Von dreizehn anerkannten Kulturerbe-Formen plus drei laufenden Anträgen aus M-V sind durch den AK-IKE unter der ehrenamtlichen Leitung von Antje Hückstädt neun Kulturformen erfolgreich beim Antragsverfahren begleitet worden. Das Engagement des Arbeitskreises reicht von der Anregung zum Antrag über die fachliche und strategische Beratung der Akteurinnen und Akteure bis zur Korrektur der Bewerbungsschreiben.
Antje Hückstädt
Zur UNESCO-Website
Moderner Tanz in die Liste "Immaterielles Kulturerbe International" aufgenommen
Zur Unseco-Website Immaterielles KulturerbeFlößerei in die Liste "Immaterielles Kulturerbe International" aufgenommen
Zur Unseco-Website Immaterielles KulturerbeBereits 11 kulturelle Ausdrucksformen aus M-V im Bundesverzeichnis aufgenommen
„Die Vielfalt des Sagenerzählens in M-V“ in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen
Am 19. März 2021 teilten die Kulturministerkonferenz und die Deutschen UNESCO-Kommission in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit, dass das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes um 20 Neueinträge wächst. 18 Traditionen, vom Buchbinderhandwerk bis zur Weinkultur sowie zwei kulturelle Ausdrucksformen für das Register guter Praxisbeispiele waren im 4. Bewerbungszyklus erfolgreich. Darunter „Die Vielfalt des Sagenerzählens in Mecklenburg-Vorpommern“.
Der IKE-Antrag wurde vom Legenden-Forscher Dr. Hartmut Schmied und dem Vorsitzenden des Vereins Sagen- und Märchenstraße Mecklenburg-Vorpommern Wolfgang Woitag stellvertretend für eine Gruppe von 75 Sagenerzähler*innen im Land eingereicht. Es wurde nun als vorbildliches „Modellprogramm zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes“ gewürdigt.
Wir beglückwünschen alle Beteiligten sehr herzlich und wünschen uns zahlreiche begeisterte Nachahmer*innen.